Gerda Kruimer lebt und arbeitet in Amsterdam, Niederlande. Sie studierte Zeichnen
und Kunstgeschichte an der Hochschule für die Künste und Monumentale
Kunst an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam. Ihre Kunstwerke befinden
sich in privaten und öffentlichen Sammlungen in den Niederlanden und darüber
hinaus. Sie stellt regelmäßig in den Niederlanden und im Ausland aus und organisiert
als Initiatorin und Kunstkuratorin Ausstellungen im In- und Ausland.
Gerda Kruimer lives and works in Amsterdam, the Netherlands. She studied
drawing and art history at the University of the Arts and monumental art at the
Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam. Her artworks are included in private
and public collections in the Netherlands and abroad. She exhibits regularly in
the Netherlands and abroad, and, as an initiator and art curator, she organises
exhibitions both at home and abroad.
LIVING ON A VOLCANO
Gerda Kruimer zeigt eine Kombination von Werken aus verschiedenen Serien; ihr Werk
umfasst Zeichnungen, Gemälde, dreidimensionale Arbeiten, Kunstinstallationen und Auftragsarbeiten. Sie schafft
komplexe, vielschichtige Linienzeichnungen, Wandobjekte und dreidimensionale Installationen, die auf Rastern,
Stadtplänen und architektonischen Strukturen basieren. Ihre sich wiederholenden Raster und Systeme wirken wie
ein abstrakter Filter. Der Betrachter blickt durch die verschiedenen Linienebenen hindurch. Dadurch entsteht eine
„Sicherheitszone“ oder ein Puffer. Das Raster ordnet das Chaos. Es schirmt den Innenraum subtil vom Außenraum
ab, ohne ihn zu ersticken. Es ist visuelles Denken über die Art und Weise, wie wir Grenzen ziehen.
Das Zeichnen – sowohl auf Papier als auch digital – bildet die Grundlage von Kruimers Arbeit und dient ihr als
„Denkinstrument“, um ihre visuellen Erfahrungen zu ordnen. In einem Prozess kontinuierlicher Verfeinerung mit
subtilen Variationen erforscht sie Raster und Prototypen und reduziert die Werke auf ihre einfachste, grundlegendste Form.
Schutz ist ein wiederkehrendes Motiv, wie zum Beispiel in der Serie Punatics. Dieser Titel bezieht sich auf die Hausbauer
im Puna-Distrikt der Big Island Hawaii. Ihr Spitzname leitet sich aus der Kombination von „Puna“ und „Lunatic“ ab. Aus
finanzieller Notwendigkeit bauen sie nach Vulkanausbrüchen ihre neuen kleinen Häuser auf schwarzen
Lavafeldern, trotz der unvorhersehbaren Risiken. Der Untertitel dieser Serie: Leben auf einem Vulkan, ist eine Metapher
für das menschliche Bedürfnis, einen sicheren Ort in einer unsicheren Welt zu schaffen. Diese kleinen Punatics
verleihen der Ausstellung eine konzeptionelle und existenzielle Dimension. Es sind Abstraktionen des Schutzes.
Die intensiv dunklen Farben entstehen durch zahlreiche Übermalungen mit blauer und grüner Farbe und verweisen
auf den schwarzen Lavaboden, auf dem die Punatics ihre „Tiny Houses“ errichten. Die abstrakten, geometrischen
Rahmen stellen den architektonischen Grundriss eines selbstgebauten Häuschens in einer minimalistischen, reduzierten
Form dar. Das Schaffen dieser kleinen Werke führt zurück in diese wundersam schöne und zugleich äußerst
gefährliche Umgebung, in der alles eine ständige Herausforderung ist – genau wie das Leben selbst.
Die Serie 3D Soft Grids sowie der Entwurf Constructive Flower Motif für eine Behelfsbrücke neben der Rozengracht
in Amsterdam entstanden aus der Faszination für das orangefarbene Sicherheitsnetz, das während Bauarbeiten
verwendet wird.
Zu den jüngsten Arbeiten zum Thema Schutz zählen unter anderem Four-Leaf Clover Grid Flower, ein ortsspezifisches
Werk, sowie die aktuellen Pattern Drawings, die auf die Schnittmuster verweisen, die Kruimers Mutter für die
Herstellung von Kleidung für ihre Kinder verwendete.
Mit ihrem konstruktiven Ansatz schafft Kruimer minimalistische, klar strukturierte Kunstwerke mit einer offenen
Räumlichkeit. Wer sich mental darauf einstimmt, kann zwischen den Linien wandern.
LIVING ON A VOLCANO
Gerda Kruimer presents a combination of works from various series; her body of work
encompasses drawings, paintings, three-dimensional works, art installations and commissioned pieces. She creates
complex, multi-layered line drawings, wall objects and three-dimensional installations based on grids, city maps
and architectural structures. Her repetitive grids and systems act as an abstract filter. The viewer looks through the
various layers of lines. This creates a ‘safety zone’ or a buffer. The grid brings order to the chaos. It subtly shields
the interior from the exterior without suffocating it. It is a visual exploration of the way in which we draw boundaries.
Drawing, both physical and digital, forms the basis of Kruimer's work and serves as a ‘thinking tool’ to organise
her visual experiences. In a process of continuous refinement involving subtle variations, she explores grids and
prototypes, reducing her works to their simplest, most fundamental form.
Protection is a recurring theme, as seen, for example, in the series Punatics. This title refers to the homebuilders
in the Puna district of Hawaii’s Big Island. Their nickname derived from the combination of ‘Puna’ and ‘Lunatic’.
Driven by financial necessity, they build their new, small homes on black lava fields following volcanic eruptions,
despite the unpredictable risks. The subtitle of the Punatics series, Living on a Volcano, is a metaphor for the
human need to create a safe space in an uncertain world. These little Punatics lend the exhibition a conceptual and
existential dimension. They are abstractions of protection. The intensely dark colours are built up from numerous
layers of blue and green paint and refer to the black lava soil on which the Punatics build their ‘tiny houses’. The
abstract, geometric frames depict the architectural floor plan of a self-built house in a minimalist, reduced form. The
creation of these small works leads back to this wondrously beautiful yet extremely dangerous environment, where
everything is a constant challenge – just like life itself.
The 3D Soft Grids series and the Constructive Flower Motif design for a temporary bridge next to the Rozengracht
in Amsterdam were inspired by a fascination for the orange safety nets used when construction work is taking
place.
Recent works on the theme of protection include, amongst others, Four-Leaf Clover Grid Flower, a site-specific piece,
and the current Pattern Drawings, which refer to the sewing patterns Kruimer her mother used to make clothes
for her children.
With her constructive approach, Kruimer creates minimalist, clearly structured works of art with an open sense of
space. Those who open their minds to it can wander between the lines.